Extremwetterlagen. Reportagen aus einem neuen Deutschland
Schriftstellerin Manja Präkels im Gespräch mit Marko Martin über ihr Projekt „Überlandschreiberinnen“ und politische Extremwetterlagen in Ostdeutschland
Im Vorfeld der Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen startete die Universität Leipzig unter der Leitung des Soziologen Dr. Alexander Leistner ein außergewöhnliches Forschungsprojekt: Mit Manja Präkels („Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“), Tina Pruschmann („Bittere Waser“) und Barbara Thériault („Abenteuer einer linkshändigen Friseurin“) wurden drei namhafte Autorinnen als „Überlandschreiberinnen“ ausgeschickt, um mehrere Monate lang die Stimmungen, Probleme und Kipppunkte in ostdeutschen Provinzen literarisch zu erkunden.
Die so entstandenen Texte über Besuche bei Schützenfesten und zivilgesellschaftlichen Initiativen im ländlichen Raum, Gespräche mit biertrinkenden Herren auf Kleinstadtmarktplätzen und Begegnungen am Rande von Wahlkampf-Veranstaltungen erschienen 2025 unter dem Titel „Extremwetterlagen. Reportagen aus einem neuen Mit den anstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt könnte sie einen neuen Kulminationspunkt erreichen haben. Deutschland“. Sie zeichnen ein Bild der Krise der liberalen Demokratie.
In seinem jüngsten Buch „Freiheitsaufgaben“ beschäftigt sich Marko Martin – ebenso wie bereits in seinem Buch „Die verdrängte Zeit. Vom Verschwinden und Wiederentdecken der Kultur des Ostens“ (2020) – mit den Wurzeln mentaler Prägungen im Osten Deutschlands.
Wir laden Sie ein, mit unseren Gästen über das Buch und die aktuelle „Wetterlage“ ins Gespräch zu kommen.
Manja Präkels, geboren 1974 in Zehdenick/Mark, lebt und arbeitet als freie Autorin und Musikerin in Berlin und Brandenburg. In ihrem preisgekrönten Debütroman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ (Verbrecher Verlag), beschreibt sie die Alltagswirklichkeit in einer Brandenburger Kleinstadt in den 80er und 90er Jahren. Als Essayistin begleitet Präkels für zahlreiche Zeitungen und Magazine seit vielen Jahren die politische Entwicklung in Ostdeutschland und engagiert sich mit schulischen Workshops für die demokratische Bildung von Kindern und Jugendlichen.
Marko Martin, Jahrgang 1970, verließ im Mai 1989 als Kriegsdiensttotalverweigerer die DDR und lebt heute, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. Neben dem Ovid-Preis und dem Reiner Kunze-Preis erhielt 2026 auch den Werner Schulz-Preis. Zuletzt erschienen die Essaybände „Und es geschieht jetzt. Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober“ und „Freiheitsaufgaben“ (Klett-Cotta/Tropen).


