„Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung“ – Lesung & Gespräch mit Ines Geipel
Anlässlich des Volkstrauertages und im Anschluss an die Gedenkveranstaltung an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaften auf der Kriegsgräberstätte Golm in Kamminke, laden wir zu Lesung und Gespräch mit der Schriftstellerin Ines Geipel ein.
Ines Geipel taucht in ihrem neuen Buch „Landschaft ohne Zeugen“ in die Vergangenheit ein, sucht nach den Quellen der Lagerwelt und befragt die Legenden nach 1945: von der vorbildlichen Aufarbeitung im Westen bis zum antifaschistischen Staatsmythos der DDR.
Auch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust nicht in der demokratischen Mitte angekommen. Die Angriffe auf das, was im Land Gedächtniskultur heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum? Was ist da los?
Das Gespräch zwischen Ines Geipel und Jochen Schmidt versucht, Leerstellen in der Erinnerungskultur nach 36 Jahren Deutscher Einheit auszuloten und betrachtet den ostdeutschen Mythos Buchenwald neu. Das Jahr 2026 bedeutet spürbar einen Umbruch in der politischen Landschaft. Was aber muss gesichert sein mit Blick auf das deutsch-deutsche Gedächtnis?
Ein bestürzendes, hochaktuelles Buch über die alte und neue Unfähigkeit zu trauern und die Erinnerungskälte nach zwei Diktaturen.
Ines Geipel ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Das zentrale Thema ihrer Arbeit als Autorin und Herausgeberin ist die deutsche Gewaltgeschichte sowohl des Nationalsozialismus als auch der DDR-Diktatur. 2011 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 den Lessingpreis für Kritik, 2021 den Marieluise-Fleißer-Preis und 2023 den Erich-Loest-Preis.
Moderation: Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung M-V
Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier:


